Lebensmittelausgabe ab 1. Mai in der Alten PoststraßeInformationsveranstaltung zur geplanten Zevener Tafel für Bedürftige sprengt die Erwartungen Zeven (zi). Damit hatten alle Initiatoren nicht gerechnet. Knapp 100 Interessierte nutzten am Dienstag die Möglichkeit, sich über die Pläne zur Gründung einer Lebensmittelausgabestelle für Bedürftige in Zeven zu informieren. Und über 30 der Anwesenden wollen nun selber als Ehrenamtliche mit anfassen. Dass der Saal im "Haus der Jugend" so voll werden würde, überraschte nicht nur die Veranstalter des Abends. Aber nachdem noch der letzte vorhandene Stuhl nachgestellt worden war, fand eine informative Veranstaltung statt, zu deren Beginn Oomko Roosjen, der zur Zeit Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) in Zeven ist, die Anwesenden begrüßte. Initiatoren des Abends waren der AcK, die katholische Christ-König-Gemeinde, die freie evangelische Gemeinde, die freie Christengemeinde Zeven, die evangelisch-lutherische St.-Viti Gemeinde und Margret Schmidt, die fachkundige Referenten eingeladen hatten. Den Beginn machte Dr. Thomas Kück, der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven, das als Kooperationspartner die offizielle Trägerschaft für die Zevener Tafel übernehmen wird. Gründe hierfür waren neben dem Gebot der Nächstenliebe die breite Unterstützung in der Stadt und in der Region, die für die Initiatoren schon in den Vorgesprächen deutlich geworden war und die guten Erfolge, die andere Einrichtungen im Landkreis bereits vorweisen können. "Wir müssen das Rad nicht neu erfinden", war eine Aussage von Dr. Kück, bevor er das Wort an Heinz Wagner weiterreichte. Dieser ist Kirchenkreis-Sozialarbeiter des Kirchenkreises Rotenburg und einer der Mitbegründer der Rotenburger Tafel, die im Juli des vergangenen Jahres eröffnet wurde. Mit den Worten "Es ist ein Skandal, das Tafeln überhaupt benötigt werden", begann Wagner seinen Überblick über die Geschichte der Tafel-Bewegung, die 1963 in Amerika begonnen hatte. Die erste Tafel in Deutschland war nach seiner Auskunft 1992/93 in Berlin gegründet worden. Während zu Beginn vor allem für Obdachlose Lebensmittel angeboten wurden, leben viele der heutigen Kunden von Arbeitslosengeld II ("Hartz IV"). "Die hierbei vom Staat gewährten 347 Euro reichen bei vielen Kunden nicht aus", erklärte der Referent die Notwendigkeit zur Einrichtung einer Lebensmittelausgabe für Bedürftige. Inzwischen gibt es bundesweit 1500 Ausgabestellen für 800 000 Kunden. So war am Dienstag auch der erste Öffnungstag der neu geschaffenen Ausgabestelle in Scheeßel, an dem bereits 30 Ausweise an Berechtigte ausgegeben wurden. "Wir haben heute rund 800 Menschen in Rotenburg und jetzt etwa 50 bis 60 Personen in Scheeßel, die unsere Einrichtungen nutzen" ,machte Heinz Wagner die Notwendigkeit zur Einrichtung solcher Ausgabestellen deutlich, bevor er das Wort an Falk Lutosch, einen der Mitinitiatoren der Tafel in Rotenburg weitergab. Dieser erläuterte den Anwesenden die praktischen Seiten (siehe nebenstehenden Bericht), bevor nach rund 90 Minuten mit der Beantwortung von Fragen aus dem Publikum und den aufmunternden Worten "Jetzt heißt es: Packen wir es an" von Oomko Roosjen der Vortragsteil des Abends beendet wurde. Anschließend blieben noch über 30 Personen im Raum, die nun als Ehrenamtliche in einer Zevener Tafel aktiv mithelfen wollen und von Margret Schmidt und Diakon Norbert Wolf weitere Einzelheiten erfuhren. Geplant ist die Eröffnung der Zevener Einrichtung für den 1. Mai in angemieteten Räumen an der Alten Poststraße, in denen bisher ein Friseurgeschäft angesiedelt war.
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